Während die Schafbestände in Deutschland – auch in den alpinen Regionen wie Niedersachsen – weiter sinken, stehen Lammfleischerzeuger vor wachsenden Herausforderungen – sowohl wirtschaftlich als auch gesundheitlich. Obwohl der Lammfleischmarkt nur einen kleinen Teil des Gesamtfleischmarkts ausmacht, ist er relativ stabil und erfordert flexible Strategien zur Erhaltung der Rentabilität.
Für 2024 wird die inländische Bruttoerzeugung auf rund 27.000 Tonnen geschätzt – vier Prozent weniger als im Vorjahr, vor allem wegen der Ausbreitung der Blauzungenkrankheit. Der Selbstversorgungsgrad für Schaf- und Ziegenfleisch liegt bei etwa 45%.
Hohe Nachfrage, begrenztes Angebot
Im ersten Quartal 2025 war die Nachfrage nach jungen, schlachtreifen Lämmern hoch, während das Angebot begrenzt blieb. Auch importiertes Lammfleisch konnte den Bedarf nicht vollständig decken. Die Preise stiegen sowohl für heimische als auch für importierte Produkte deutlich an – eine Chance für regionale Erzeuger.
Zentralisierung der Schlachtbetriebe als Problem
Ein zentrales Problem bleibt die Strukturveränderung bei den Schlachthöfen: Viele kleinere und mittlere Betriebe haben geschlossen, und der Markt wird zunehmend von wenigen Großunternehmen beherrscht. Der Zugang lokaler Erzeuger wird erschwert, und die Transparenz der Herkunft leidet.
Gerade hier liegt auch die Chance: Die Nähe kleiner Handwerksbetriebe zu Verbrauchern und Tourismusregionen ermöglicht transparente Prozesse und eine starke regionale Identität.
Direktvermarktung als Ausweg
Für viele alpine Lammfleischerzeuger bleibt die Direktvermarktung ein zentraler Vertriebsweg. Empfohlene Maßnahmen sind:
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Stärkung der lokalen Kommunikation und gezielte Informationsverteilung
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Anpassung an saisonale oder religiöse Konsumgewohnheiten
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Erfüllung individueller Kundenwünsche bezüglich Gewicht oder Fettabdeckung
Die Zukunft der Lammfleischproduktion in den Alpen hängt von regionaler Wertschöpfung, Rückverfolgbarkeit und der Nähe zum Verbraucher ab. In Zeiten wachsender Sensibilität für Herkunft und Qualität ist das eine große Chance.
Foto von: Anuga





