Der Tafeltraubenmarkt im Alpenraum startet mit einer uneinheitlichen Nachfrage, sich überschneidenden Lieferungen aus verschiedenen Erzeugerländern und einem zunehmenden Preisdruck in den September. Italien bleibt der wichtigste Anbieter, während sich die Nachfrage in Frankreich allmählich erholt und in Deutschland nach dem Ende der Sommerferien voraussichtlich anziehen wird.
Trotz der insgesamt guten Qualität stehen Tafeltrauben weiterhin in starker Konkurrenz zu Pfirsichen, Nektarinen, Pflaumen und anderen, häufig preisgünstigeren Sommerfrüchten. Gleichzeitig belasten steigende Energie- und Bewässerungskosten die Erzeuger und Händler. Der rasche Ausbau kernloser Sorten verändert zudem sowohl die Produktion als auch die Vorlieben der Verbraucher.
Italien: Stabiler Markt, aber weiterhin unsicher
Auch nach dem 15. August, wenn sich der Absatz üblicherweise belebt, bleibt der italienische Tafeltraubenmarkt stabil, aber unsicher. Die Nachfrage ist sowohl im Inland als auch auf den Exportmärkten ungleichmäßig. Gründe dafür sind die anhaltende Hitzewelle, die schrittweise Rückkehr der Verbraucher aus dem Sommerurlaub und eine vorsichtigere Haushaltsführung.
Die Unsicherheit betrifft alle Sorten, sowohl kernhaltige als auch kernlose. Auf Tage mit stärkerer Nachfrage folgen ruhigere Handelsphasen. Das Problem liegt nicht bei der Qualität, denn die Trauben sind in diesem Jahr sehr gut, sondern bei der starken Konkurrenz durch andere Sommerfrüchte. Diese sind häufig preisgünstiger und deshalb für kostenbewusste Verbraucher attraktiver.
Die Branche steht außerdem unter dem Druck der Konkurrenz aus Ägypten und Spanien sowie steigender Energie- und Bewässerungskosten. Dennoch hat die Saison ihr volles Potenzial noch nicht erreicht.
Die Ernte der Sorte Italia, die als „unbestrittene Königin der Tafeltrauben“ gilt, begann auf Sizilien um den 10. August und hat inzwischen auch in Apulien eingesetzt. Die sizilianische Ernte zeichnet sich durch eine hohe Qualität, Zuckergehalte von 20 bis 21 Grad Brix, eine knackige Textur, gute Lagerfähigkeit und einen günstigen Gesundheitszustand aus.
Die Mengen bleiben stabil, wobei ein leichter Anstieg der Erträge möglich ist. Die Vermarktungsaussichten werden daher mit vorsichtigem Optimismus beurteilt. Auch die Italia-Trauben aus Apulien weisen hervorragende geschmackliche Eigenschaften auf. Einige Erzeuger haben bereits mit der Ernte begonnen, während andere unmittelbar davorstehen. In Kürze dürfte die Saison ihre volle Dynamik erreichen.
Nach Angaben von YouGov festigen Tafeltrauben ihre Position in den Einkaufskörben italienischer Haushalte. Im Zwölfmonatszeitraum bis Juni 2026 lag die Marktdurchdringung bei mehr als 67 Prozent. Damit setzte sich das stetige Wachstum der vergangenen zwei Jahre fort.
Haushalte, die Tafeltrauben kaufen, greifen inzwischen mehr als achtmal pro Jahr zu. Gleichzeitig ist die bei jedem Einkauf erworbene Menge zurückgegangen. Dadurch sank der durchschnittliche Einkaufswert auf weniger als drei Euro.
Biologisch erzeugte Trauben bieten weiterhin Wachstumspotenzial. Ihre Marktdurchdringung von elf Prozent zeigt das Interesse der Verbraucher an Produkten, die mit Gesundheit und Wohlbefinden verbunden werden. Supermärkte bleiben der wichtigste Absatzkanal, während Discounter ihre Position weiter ausbauen. Fachgeschäfte, Wochenmärkte und kleine Einzelhändler spielen dagegen eine eher begrenzte Rolle.
Deutschland: Die Saison gewinnt an Dynamik
Die europäische Tafeltraubensaison gewinnt auf dem deutschen Markt allmählich an Schwung.
„Mengen und Preise waren bislang durchgehend zufriedenstellend. Die besseren italienischen Sorten kommen allerdings erst mit dem näher rückenden Herbst auf den Markt. Derzeit bieten wir Muskattrauben an, gefolgt von Pizzutello. Die letzten Lieferungen der Sorte Victoria erwarten wir in der 37. Kalenderwoche. Mit einem deutlichen Anstieg des Absatzes rechnen wir erst nach dem Ende der Sommerferien, also ab Mitte September“, erklärt ein Großhändler.
Die Saison der türkischen Sultana-Trauben begann vergleichsweise spät. Grund dafür waren eine unzureichende Ausfärbung der Beeren und niedrige Brix-Werte. Größere Mengen werden ab Mitte September erwartet.
Frankreich: Nachfrage erholt sich nach einem ruhigen August
Der französische Tafeltraubenmarkt erholt sich nach einem besonders ruhigen August allmählich. Der Beginn des neuen Schuljahres markiert zugleich den Übergang zu herbstlichen Produkten.
Steinobst ist im Einzelhandel weiterhin stark vertreten, doch Tafeltrauben gewinnen nach und nach mehr Platz in den Regalen. Unterstützt wird diese Entwicklung durch die zufriedenstellende Qualität der Ware aus den wichtigsten europäischen Erzeugerländern, darunter Italien, Spanien, Portugal und Frankreich.
Die frühen Italia-Trauben weisen gut ausgebildete Traubenstände, eine angemessene Beerengröße und gute geschmackliche Eigenschaften auf. Die Sorte Chasselas wurde stärker von der Trockenheit beeinträchtigt, weshalb die Beeren kleiner ausgefallen sind.
Der Übergang von Sommerfrüchten zu Tafeltrauben ist allerdings weniger ausgeprägt als in früheren Jahren. Mildere Temperaturen im September ermöglichen es Pfirsichen, Nektarinen und Pflaumen, länger auf dem Markt zu bleiben. Dennoch ist der September weiterhin ein wichtiger Monat für den Traubenabsatz in Frankreich. Das Interesse der Verbraucher nimmt zu, während sich die Qualität des Angebots weiter verbessert.
Die Preise liegen derzeit unter dem Niveau der vergangenen Saison. Gründe dafür sind der stärkere Wettbewerb zwischen den verschiedenen Herkunftsländern, sich überschneidende Liefermengen und die weiterhin verfügbaren Steinfrüchte der späten Saison. Dennoch gelten die Preise als akzeptabel. Die Rückkehr zu regelmäßigeren Einkaufsgewohnheiten dürfte den Absatz und den Warenumschlag in den kommenden Wochen verbessern.
Österreich: Italienische Trauben kosten zwischen 3 und 3,60 Euro pro Kilogramm
Die zuletzt auf dem österreichischen Markt angebotenen Trauben zeichnen sich durch eine besonders gute Qualität aus. Italienische Ware wurde zu Preisen zwischen drei und 3,60 Euro pro Kilogramm verkauft.
Darüber hinaus waren Lieferungen aus Brasilien, Ägypten, Südafrika und Peru erhältlich, wodurch das Angebot auf dem Markt zusätzlich erweitert wurde.





