ŽIPO Lenart – Ein Bauernhof, der Tradition, Innovation und regenerative Landwirtschaft verbindet

Im Rahmen einer Studienreise anlässlich der Internationalen Messe AGRA in Gornja Radgona besuchten rund dreißig serbische Journalisten einen der modernsten Betriebe in Slowenien – ŽIPO Lenart. Der Besuch wurde in Zusammenarbeit mit dem serbischen Ministerium für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Wasserwirtschaft organisiert.

Tierproduktion als Grundlage

Der Betrieb bewirtschaftet rund 870 Hektar und hält etwa 1.400 Rinder. Die Fütterung basiert auf Maissilage, gemahlenem Getreide, Stroh sowie Mineral- und Vitaminmischungen. Viehzucht und Ackerbau sind eng miteinander verzahnt, sodass ein geschlossener Kreislauf entsteht.

Es sind 25 feste Mitarbeiter beschäftigt, in der Saison steigt die Zahl auf etwa 40. Die Besonderheit: Arbeit und Einkommen sind ganzjährig gesichert – selten im traditionellen Agrarsektor.

Innovation – Strohaufbereitung

Besonders auffällig ist die Strohaufbereitung, die zunächst als Lösung für die „tote Saison“ gedacht war. Heute läuft sie 365 Tage im Jahr.

Stroh wird zu Spezialprodukten verarbeitet – Pferdeeinstreu oder Futtermittelzusätze. Eine 20-kg-Balle kostet rund 7,5 €, mehr als 90 % gehen in den Export nach Italien, Österreich, Deutschland und die Schweiz, nur ein kleiner Teil bleibt in Slowenien und Kroatien.

Ackerbau und schwere Böden

Der Großteil der Flächen sind schwere Lehmböden (45–70 % Tonanteil). Sie speichern Feuchtigkeit in Trockenperioden, sind aber bei Nässe schwer zu bearbeiten.

Seit über zehn Jahren setzt der Betrieb statt Pflügen auf Unterbodenlockerung und flache Bodenbearbeitung. Ergebnis: 50 % weniger Treibstoff- und Arbeitsaufwand, mehr Humus und weniger Erosion.

Präzisionslandwirtschaft – die Zukunft

Mit SoilOptics werden Böden alle 12 m² analysiert. Karten zu pH, Nährstoffen und Humusgehalt bilden die Basis für variable Saat und Düngung.

Alle Mähdrescher sind mit Ertragskartierung ausgestattet, zusätzlich wird der Dieselverbrauch und die Maschineneffizienz in Echtzeit überwacht.

Fruchtfolge und Begrünung

Gemäß EU-Vorgaben bleiben Flächen nie unbepflanzt. Nach Weizen oder Mais werden Zwischenfrüchte wie Buchweizen, Luzerne oder Mischungen ausgesät. Diese Winterbegrünung schützt die Fruchtbarkeit und sichert Subventionen.

Resultate:

  • +10 % Weizenertrag,

  • +15–20 % Maisertrag,

  • erfolgreicher Sojaanbau auch auf schweren Böden.

Regenerative Landwirtschaft

ŽIPO Lenart gilt als Pionier der regenerativen Landwirtschaft in Slowenien. Ziel ist nicht nur Ressourcenschonung, sondern aktive Regeneration von Boden und Biodiversität.

Ein geschlossener Kreislauf entsteht: Ackerbau ernährt Vieh, Mist düngt Felder, Stroh wird zum Wertprodukt.

Wissenschaft und Entwicklung

Der Betrieb ist zugleich ein Forschungs- und Entwicklungszentrum, beschäftigt promovierte Fachkräfte und kooperiert mit slowenischen und europäischen Instituten.

Lehren für die Region

Für die serbischen Journalisten zeigte ŽIPO Lenart, dass Landwirtschaft zugleich wirtschaftlich, ökologisch und technologisch modern sein kann.

Lesen Sie weiter

Verwandte Artikel