OLMA 2026: 335.000 Besucher entdecken die Schweizer Landwirtschaft, Nutztiere und regionale Traditionen in St. Gallen

Mit mehr als 335.000 Besuchern und 650 Ausstellern bestätigte die 83. OLMA ihre Bedeutung als eine der wichtigsten Landwirtschafts- und Publikumsmessen der Schweiz. Vom 8. bis 18. Oktober 2026 verband die Veranstaltung in St. Gallen Tierhaltung, regionale Lebensmittel, wissenschaftliche Forschung und Familienunterhaltung. Alpine Agriculture besuchte eine Messe, die zeigt, wie sich Landwirtschaft und Gesellschaft erfolgreich miteinander verbinden lassen.

Während zahlreiche europäische Landwirtschaftsmessen nach neuen Wegen suchen, um ein breiteres Publikum anzusprechen, beweist die OLMA in St. Gallen, dass Landwirtschaft eine Attraktion für die ganze Familie sein kann.

Die 83. Ausgabe, die vom 8. bis 18. Oktober 2026 stattfand, begrüßte mehr als 335.000 Besucher und vereinte 650 Aussteller.

Elf Tage lang bot die Messe eine Kombination aus Tierausstellungen, regionalen Spezialitäten, wissenschaftlichen Entdeckungen, traditioneller Kultur und Unterhaltung.

Anders als reine Fachmessen setzt die OLMA auf die aktive Beteiligung ihrer Besucher.

Kinder können Nutztiere kennenlernen, Verbraucher können direkt mit Produzenten sprechen und Familien können erfahren, wie die Lebensmittel entstehen, die täglich auf ihren Tellern landen.

Diese unmittelbare Verbindung zwischen Landwirtschaft und städtischer Bevölkerung gehört zu den wichtigsten Besonderheiten der Veranstaltung.

Kühe, Ferkel und Zicklein begeistern das Publikum

Nutztiere zählen traditionell zu den beliebtesten Attraktionen der OLMA.

Milchkühe, Mutterkühe mit ihren Kälbern, Schafe, Ziegen und Schweine werden in Ausstellungsbereichen präsentiert, die nicht nur verschiedene Tierrassen vorstellen, sondern auch Einblicke in den landwirtschaftlichen Alltag vermitteln.

Die bekannten Säulirennen gehören zu den unverwechselbaren Traditionen der Messe.

Sie ziehen zahlreiche Zuschauer an, führen allerdings auch zu Diskussionen über den Tierschutz und das Tierwohl.

Für Kinder werden verschiedene Bildungsangebote organisiert. Sie können Tiere aus nächster Nähe beobachten, die Arbeit von Tierärzten kennenlernen und erfahren, wie Jungtiere gefüttert und gepflegt werden.

Zu den angebotenen Erlebnissen gehört auch das Füttern von Zicklein mit der Flasche.

Das Ziel ist klar: Kinder, die in Städten aufwachsen, sollen besser verstehen, woher Milch, Fleisch und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse stammen.

Kartoffeln und Gurken werden zu Ausstellungsstars

Eine der interessantesten Besonderheiten der OLMA 2026 war die Art und Weise, wie die Veranstalter alltägliche landwirtschaftliche Produkte in interaktive Erlebnisse verwandelten.

Die Sonderausstellung „Erlebnis Nahrig“ widmete sich unter anderem der Kartoffel und zeigte ihren Weg vom Anbau bis zur Zubereitung auf dem Teller.

Besucher konnten nachvollziehen, wie Kartoffeln produziert werden, Kochvorführungen verfolgen und verschiedene Gerichte probieren. Ein spezielles Kinderkino ergänzte das Bildungsangebot.

Auch die Gurke erhielt eine eigene Ausstellung unter dem Titel „Alles Gurkä?!“.

Sie vermittelte Einblicke in die Schweizer Gurkenproduktion und zeigte, wie viel landwirtschaftliches Fachwissen und moderne Technik hinter diesem alltäglichen Gemüse stecken.

Anstatt ausschließlich Produktionsstatistiken und technische Daten zu präsentieren, setzten die Veranstalter auf Mitmachangebote, Verkostungen und direkte Gespräche mit Produzenten.

Dieser Ansatz macht landwirtschaftliche Bildung auch für Menschen zugänglich, die bisher kaum Berührungspunkte mit der Landwirtschaft hatten.

Die besten Alpkäse der Schweiz im Mittelpunkt

Die Käseproduktion besitzt in der Schweiz eine besondere wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung.

Zu den wichtigsten Fachveranstaltungen der OLMA 2026 gehörte die 25. Alpkäse-Prämierung, die am 9. Oktober stattfand.

Der Wettbewerb würdigte die Qualität von Produkten aus der Berglandwirtschaft und das handwerkliche Können der Alpkäseproduzenten.

Besonders attraktiv war die Möglichkeit für Besucher, die ausgezeichneten Käse nach Bekanntgabe der Ergebnisse selbst zu probieren.

Damit blieb die Qualitätsbewertung nicht ausschließlich Fachleuten vorbehalten. Auch das Publikum konnte Unterschiede zwischen den Käsesorten kennenlernen und mehr über Herstellungsverfahren und regionale Herkunft erfahren.

Eine wichtige Rolle spielte außerdem der OLMA-Genussmarkt.

Dort präsentierten Landwirte und Lebensmittelproduzenten ihre Spezialitäten direkt den Verbrauchern, boten Verkostungen an und kamen mit potenziellen Kunden ins Gespräch.

Dieses Konzept verdeutlicht den Wert kurzer Lieferketten und direkter Beziehungen zwischen landwirtschaftlichen Betrieben und Konsumenten.

Wissenschaftliche Forschung trifft auf den landwirtschaftlichen Alltag

Die OLMA beschränkt sich keineswegs auf landwirtschaftliche Traditionen.

Die Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne, international als EPFL bekannt, präsentierte Forschungsarbeiten aus den Bereichen Landwirtschaft und Ernährung.

Besucher konnten wissenschaftliche Ansätze zur Lebensmittelproduktion kennenlernen und sich mit den Herausforderungen der modernen Landwirtschaft beschäftigen.

Besonders interessant war dabei die allgemeinverständliche Vermittlung komplexer Forschungsthemen.

Wissenschaftliche Erkenntnisse wurden nicht nur Fachleuten vorgestellt, sondern auch Familien, Jugendlichen und Menschen ohne landwirtschaftliche Ausbildung nähergebracht.

Dieser Bildungsansatz trägt dazu bei, wissenschaftliche Innovationen mit den alltäglichen Fragen der Verbraucher zu verbinden.

Frauen als unverzichtbare Stütze der Schweizer Landwirtschaft

Am 15. Oktober fand im Rahmen der OLMA der 33. Tag der Bäuerin statt.

Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Vielfältig“. Gesellschaftstragend. Unverzichtbar.“

Im Mittelpunkt standen Frauen, die auf landwirtschaftlichen Betrieben arbeiten, an der Lebensmittelproduktion beteiligt sind, familiäre Verantwortung übernehmen und häufig zusätzliche Erwerbszweige entwickeln.

Die Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse, Direktvermarktung, Agrotourismus und betriebliche Verwaltung gehören zu den zahlreichen Aufgabenbereichen, in denen Bäuerinnen eine entscheidende Rolle spielen.

Die Veranstaltung machte auf Leistungen aufmerksam, die für das Funktionieren landwirtschaftlicher Familienbetriebe unverzichtbar sind, in der Öffentlichkeit jedoch nicht immer ausreichend wahrgenommen werden.

Der Kanton Schwyz als Ehrengast

Ehrengast der OLMA 2026 war der Schweizer Kanton Schwyz.

Er präsentierte seine Landwirtschaft, regionale Lebensmittel, traditionelles Handwerk und sein kulturelles Erbe.

Einer der Höhepunkte fand am 10. Oktober statt, als rund 1.300 Teilnehmer in 32 Gruppen durch die Straßen von St. Gallen zogen.

Der Festumzug vereinte Vertreter traditioneller Handwerksberufe, Kulturvereine, regionale Lebensmittelproduzenten und Gruppen mit Nutztieren.

Für die Besucher bot sich damit die Gelegenheit, Bräuche, Gastronomie und landwirtschaftliche Traditionen eines der historischen Kantone der Schweizerischen Eidgenossenschaft kennenzulernen.

Warum zieht die OLMA Hunderttausende Besucher an?

Die Veranstalter führten 2026 außerdem einen neuen Bereich mit dem Namen OLMA Action Area ein.

Dort wurden verschiedene Sport- und Freizeitaktivitäten angeboten, darunter Padel, Klettern, LEGO-Installationen und Attraktionen für jüngere Besucher.

Auf den ersten Blick haben solche Angebote wenig mit Landwirtschaft zu tun.

Sie spielen jedoch eine wichtige Rolle dabei, Familien und Menschen anzusprechen, die eine klassische Landwirtschaftsmesse möglicherweise nicht besuchen würden.

Auf dem Messegelände kommen diese Besucher dann auch mit Nutztieren, Lebensmittelproduzenten, wissenschaftlichen Innovationen und landwirtschaftlichen Bildungsangeboten in Kontakt.

Christine Bolt, Direktorin der Olma Messen St. Gallen, betonte die zunehmende Bedeutung persönlicher Begegnungen in einer immer stärker digitalisierten Welt.

Genau auf diesem Gedanken basiert das Konzept der OLMA.

Familien können einen ganzen Tag damit verbringen, Nutztiere zu entdecken, neue Technologien kennenzulernen, regionale Spezialitäten zu probieren und unmittelbar mit den Menschen zu sprechen, die ihre Lebensmittel produzieren.

Eine weitere interessante Zahl betrifft die Anreise: Rund drei Viertel der Besucher nutzten öffentliche Verkehrsmittel, um zur Messe zu gelangen.

Dies unterstreicht die Bedeutung einer gut organisierten Verkehrsanbindung für Veranstaltungen dieser Größenordnung.

Ein Vorbild für die Kommunikation der Landwirtschaft

Der Besuch der OLMA 2026 zeigte, dass die Zukunft landwirtschaftlicher Ausstellungen nicht allein von der Präsentation von Maschinen, Produkten und Technologien abhängt.

Ebenso wichtig ist ihre Fähigkeit, die breite Öffentlichkeit für Landwirtschaft zu interessieren und direkte Beziehungen zwischen Landwirten und Verbrauchern zu schaffen.

In St. Gallen gelang es den Veranstaltern, verschiedene Bereiche miteinander zu verbinden, die andernorts häufig getrennt präsentiert werden: Tierausstellungen, regionale Gastronomie, wissenschaftliche Forschung, Bildungsangebote für Kinder und Familienunterhaltung.

Das Ergebnis war eine Veranstaltung, die innerhalb von elf Tagen mehr als 335.000 Besucher anzog und zu den bekanntesten Traditionen der Stadt St. Gallen gehört.

Die nächste Ausgabe, die 84. OLMA, findet vom 14. bis 24. Oktober 2027 statt.

Für Alpine Agriculture liefert diese Erfahrung eine wichtige Erkenntnis: Verbraucher für die Landwirtschaft zu interessieren und ihnen die Lebensmittelproduktion näherzubringen, ist zugleich eine Investition in die Zukunft der Landwirtschaft.

Lesen Sie weiter

Verwandte Artikel