Ein Garten des Glaubens und der Nachhaltigkeit: Der erste “Laudato sì”-Garten in der Deutschschweiz

Unweit von Zürich pflegen die Benediktinerinnen des Klosters Fahr seit Jahrhunderten die Verbindung zwischen Spiritualität und Natur. Seit 2021 beherbergt das Frauenkloster einen besonderen Ort – den ersten Laudato sì-Garten in der Deutschschweiz, inspiriert von der Enzyklika von Papst Franziskus zur Bewahrung unseres gemeinsamen Hauses.

Die Idee stammte von einer jungen Ordensfrau, die als Botschafterin der Enzyklika zum Kloster kam. Während ihrer Quarantäne beobachtete sie die vielen Besucher im Garten und schlug vor, ihn als Ort der Meditation, Bildung und ökologischen Achtsamkeit zu gestalten.

„Ich sah, wie viele Menschen hierher kamen. Ich dachte, es ist die ideale Gelegenheit, die Botschaft der Enzyklika zu teilen“, erklärt sie in einem Dokumentarvideo. Der Garten war bereits nachhaltig angelegt – Schwester Beatrice hatte wilde Ecken gelassen, Bienennährpflanzen, Heil- und Küchenkräuter sowie Gemüse angepflanzt.

Heute ist der Garten auch ein spiritueller Weg. Zehn Impulstafeln entlang der Pfade zeigen zentrale Zitate aus Laudato sì, im Dialog mit Gedichten der schweizerischen Dichterin und Ordensfrau Silja Walter. Eine Einladung zur Meditation und Inspiration.

Laudato sì ist für mich ein Lobgesang an Gott“, sagt die Schwester und zeigt auf ihre Lieblingspflanze – die Haferwurzel, die sie im Frühjahr sät, über den Winter stehen lässt und im Frühling in voller Blüte erlebt.

Im Klosterladen kann man Postkarten mit Zitaten erwerben; die Erlöse gehen an ein Wiederaufforstungsprojekt der Mangroven auf den Philippinen, in Zusammenarbeit mit der katholischen Organisation Fastenopfer. Auch der Vatikan unterstützte das Projekt mit einer Grußbotschaft.

„Als Gläubige müssen wir Sorge für die Schöpfung tragen. Wir Benediktinerinnen leben einfach: wir teilen, recyclen, nutzen wieder und ernähren uns von dem, was wir selbst anbauen“, erklärt sie.

Das Kloster Fahr – umgeben von Weinbergen und Gärten – zeigt: Man braucht nicht viel, um ein glückliches Leben zu führen. Es ist ein lebendiges Zeugnis dafür, dass Glaube und Ökologie untrennbar verbunden sind.

Quelle: Transkript des Videos “Kloster Fahr – so sieht er aus, der Laudato-si’-Garten” – Link
Foto: Screenshot aus dem Video

Lesen Sie weiter

Verwandte Artikel