Was wir von slowenischen Feldern lernen: Fünf praktische Tipps

Wenn man mit dem Landwirt Branko Majerič aus dem Dorf Moškanjci im Ptujer Feld spricht, wird klar: Seine Lebensgeschichte ist mehr als nur ein persönliches Zeugnis. Sie ist eine Lektion darüber, wohin sich die moderne Landwirtschaft entwickelt – hin zu regenerativen Produktionsmodellen.

Vor mehr als zwanzig Jahren begann Majerič mit seinem Sohn, konservierende Landwirtschaft zu praktizieren, heute als No-Till bekannt. Anstelle des klassischen Pflügens setzt er auf minimale Bodenbearbeitung, Zwischenfrüchte und Fruchtwechsel. Auf seinen Feldern wechseln sich Weizen, Mais, Soja, Sonnenblumen, Raps und die berühmte Ptujer Zwiebel ab – ein Produkt mit geschützter geografischer Herkunft.

„Zehn Jahre suchten wir nach der richtigen Methode und Technik. Erst als wir erkannten, dass man den Boden erhalten muss, anstatt ihn ständig umzudrehen, ergab alles Sinn“, sagt Majerič.

Das Bewässerungssystem in Gorišnica erwies sich als entscheidend. „Dieses Jahr habe ich Mais viermal mit 300 Kubikmetern Wasser pro Hektar bewässert. Ohne das wären die Erträge nur ein Drittel gewesen“, erklärt er.
Er betont: Wenn der Staat in Systeme investiert, müssen alle Landwirte mitmachen.

In Slowenien betragen die Förderungen für konservierende Landwirtschaft nur 18 € pro Hektar, in Kroatien bis zu 250 €. Der Durchschnitt liegt bei 500–600 € jährlich, während der ökologische Landbau bis zu 1.200 € erhält. „Ökolandbau ohne moderne Technik ist unmöglich – Hacke und Schaufel sind keine Lösung“, warnt er.

Der regenerative Ansatz spart massiv Energie. Während die konventionelle Landwirtschaft bis zu 150 Liter Diesel pro Hektar verbraucht, braucht Majerič für die Maissaat nicht mehr als 15 Liter. Die Hälfte der Mineraldünger ersetzt er durch Bodenverbesserer, und alle Pflanzenreste bleiben auf dem Feld.

Seit mehr als einem Jahrzehnt arbeitet sein Hof mit der Universität Ljubljana in einem Langzeitexperiment. Die Ergebnisse zeigen: Böden ohne Pflug enthalten mehr Humus und Nährstoffe. In Trockenjahren halten die Pflanzen einige Tage länger durch – oft genug für den Ertrag.

Bereits 2011 kauften Majerič und Kollegen spezialisierte Sämaschinen in den USA. „Die Twin Row-Saat steigert den Kornertrag um 5–8 %, den Silageertrag sogar um bis zu 30 %“, erklärt er. Gute Maschinen sind der Schlüssel zum Erfolg.

Fünf praktische Tipps

  1. Ohne Wasser keine stabile Produktion – in Bewässerung investieren.

  2. Den Boden schonen – nicht jedes Jahr pflügen.

  3. Pflanzenreste auf dem Feld belassen – das beste natürliche Düngemittel.

  4. Fruchtfolge ist Gesetz – ohne sie kein gesunder Boden.

  5. In hochwertige Sämaschinen investieren – Präzision entscheidet den Ertrag.

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