Weizen, Gerste oder Roggen? Ackerbauexperte erklärt, wie man sie unterscheidet

Die Ähre ist das sicherste Unterscheidungsmerkmal bei Getreidearten. Aber wie erkennt man sie, wenn die Pflanzen noch klein sind und alle gleich aussehen? Es gibt einen einfachen Trick.

Im Sommer lassen sich Getreidearten gut auseinanderhalten – selbst aus der Ferne. Die Ähren und ihre Grannen sind deutliche Merkmale:

  • Weizen: dicke, vierkantige Ähren, meist ohne Grannen (außer Grannenweizen).

  • Gerste: zwei- oder mehrzeilige Ähren mit langen, dünnen Grannen, die den Feldern ein glänzendes, wogendes Aussehen verleihen.

  • Roggen: höher, blaugrün, mit kürzeren Grannen als Gerste.

  • Triticale: eine Kreuzung aus Roggen und Weizen – je nach Sorte unterschiedlich im Aussehen.

  • Hafer: keine Ähren, sondern verzweigte Rispen – leicht erkennbar.

Junge Pflanzen erkennen: Es kommt auf die Blattöhrchen an

Bei jungen Pflanzen sind die Unterschiede nicht offensichtlich. Doch eine bestimmte Stelle ist entscheidend – der Übergang vom Blatt zur Halmbasis, genauer gesagt die Blattöhrchen. Diese kleinen seitlichen Auswüchse sind bei jeder Art unterschiedlich.

So erkennt man sie:

  • Gerste: lange Blattöhrchen, die den Halm vollständig umgreifen – als würden sie ihn umarmen.

  • Weizen: kürzere, feine, behaarte Öhrchen – wie Wimpern.

  • Roggen: kurze, glatte, kaum sichtbare Öhrchen.

  • Hafer: keine Öhrchen – das Blatt geht direkt in die Blattscheide über.

Merkspruch:
Gerste greift, Weizen wimpert, Roggen reicht nicht, Hafer hat keins.

Blattöhrchen helfen auch bei der Unkrautbestimmung

Diese Methode hilft auch beim Erkennen von Ungräsern vor der Blüte.
Quecke und Weidelgras haben Öhrchen – bei der Quecke sind sie besonders ausgeprägt.
Ackerfuchsschwanz, Flughafer, Trespe, Jährige Rispe und Windhalm hingegen haben keine Öhrchen. Hier sind Blattform und Blatthäutchen entscheidend – am besten mit einem Bestimmungsbuch.

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