Die französische Milchwirtschaft erzielte im Jahr 2025 starke Produktionsergebnisse. Höhere Milchleistungen, eine bessere Tiergesundheit und eine gesteigerte Effizienz prägten das Jahr. Gleichzeitig zeigte sich jedoch zum Jahresende, dass ein wachsendes Milchangebot schnell zu einem Druck auf die Erzeugerpreise führen kann. Die neuesten Berichte des französischen Instituts für Tierhaltung (IDELE), die gemeinsam mit Eliance erstellt wurden, zeigen, dass die Milchviehbetriebe eines ihrer erfolgreichsten Jahre der vergangenen Dekade verzeichneten, während sich der Ziegenmilchsektor nach einem schwierigen Jahresbeginn allmählich erholte.
Milchkühe liefern mehr Milch und bleiben länger im Bestand
Die durchschnittliche Milchleistung erreichte 9.156 Kilogramm pro Laktation, das sind 163 Kilogramm mehr als im Jahr 2024. Dieses Ergebnis ist besonders bemerkenswert, da gleichzeitig die Zahl der Milchviehbetriebe sowie der kontrollierten Laktationen weiter zurückging. Dies zeigt, dass die verbleibenden Betriebe ihre Produktivität steigern und das genetische Potenzial ihrer Herden besser nutzen.
Auch die Tiergesundheit entwickelte sich positiv. Die durchschnittliche Zellzahl sank von 234.400 auf 218.000 Zellen pro Milliliter, was auf eine bessere Eutergesundheit und weniger Mastitisfälle hinweist. Frankreich erreicht damit nahezu wieder das Niveau von 2021, dem besten Jahr der vergangenen zehn Jahre.
Auch die Nutzungsdauer der Kühe nahm zu. Die durchschnittliche Lebensdauer stieg auf 71,1 Monate, verglichen mit 69,9 Monaten vor fünf Jahren. Gleichzeitig erhöhte sich die durchschnittliche Zahl der Laktationen je Kuh von 2,87 auf 3,02, wodurch die Tiere länger wirtschaftlich genutzt werden können.
Höhere Produktion erhöht den Druck auf den Markt
Trotz der hervorragenden technischen Ergebnisse verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage gegen Jahresende. Nach einer Phase knapper Milchmengen führte die steigende Produktion in Frankreich und Europa zu einem größeren Angebot und setzte die Milchpreise unter Druck.
Nach Angaben des IDELE nahm die Milchanlieferung sowohl in Frankreich als auch in der Europäischen Union zu. Für das Jahr 2026 erwarten die Experten daher einen schwierigeren Markt. Die Produktionsleistungen dürften zwar hoch bleiben, die Erlöse aus dem Milchverkauf könnten jedoch unter dem Niveau des Jahres 2025 liegen.
Der Ziegenmilchsektor erholt sich schrittweise
Die Ziegenmilchproduktion entwickelte sich deutlich uneinheitlicher. Die durchschnittliche Milchleistung lag bei 1.009 Kilogramm pro Ziege und Laktation, was 18 Kilogramm weniger als im Vorjahr entspricht.
Hauptursache war die geringe Qualität des Grundfutters infolge der schwierigen Ernte des Jahres 2024. Erst die besseren Frühjahrsfutterernten ermöglichten eine schrittweise Erholung der Milchproduktion im zweiten Halbjahr, ohne jedoch das Niveau von 2023 vollständig zu erreichen.
Der Bericht bestätigt zudem, dass Ziegen deutlich empfindlicher auf klimatische Bedingungen und die Qualität des Futters reagieren als Milchkühe.
Die durchschnittliche Laktationsdauer verringerte sich von 337 auf 332 Tage und beendete damit einen mehrjährigen Aufwärtstrend.
Weniger Jungtiere, größere Betriebe
Auch die Struktur des Sektors verändert sich weiter. Der Anteil der Erstlaktierenden sank leicht auf 36,1 Prozent, während Betriebe mit mehr als 250 Laktationen inzwischen 21,3 Prozent aller spezialisierten Ziegenmilchbetriebe ausmachen. Dies bestätigt den anhaltenden Konzentrationsprozess.
Sinkende Betriebskosten und leicht höhere Ziegenmilchpreise halfen vielen Betrieben, die wirtschaftlichen Auswirkungen der geringeren Produktion abzufedern.
Der Sektor bleibt anfällig
Trotz der Erholung bleibt die französische Ziegenhaltung anfällig. Die Trockenheit verringerte die Futtervorräte und zwang manche Betriebe dazu, ihre Tiere früher als geplant in die Ställe zurückzubringen.
Darüber hinaus steht der Sektor vor strukturellen Herausforderungen wie dem Generationswechsel und der Gewinnung neuer Betriebsleiter. Während sich der Absatz von Ziegenkäse im Einzelhandel stabil zeigt, leidet die Außer-Haus-Gastronomie stärker unter der Konkurrenz anderer Milchprodukte.
Ausblick auf 2026
IDELE erwartet für den Milchviehsektor auch im Jahr 2026 ein reichliches Milchangebot. Der durchschnittliche Milchpreis erreichte 2025 mit 515 Euro je 1.000 Liter einen Rekordwert, doch dürfte dieses Preisniveau nur schwer zu halten sein. Die französische Milchanlieferung stieg um 2,2 Prozent auf 24,2 Millionen Tonnen, was den Preisdruck zusätzlich erhöht.
Für den Ziegenmilchsektor werden die klimatischen Bedingungen, die Qualität des Futters sowie die Entwicklung der Milchpreise entscheidend sein. Trotz der Erholung im zweiten Halbjahr 2025 bleibt der Sektor gegenüber Wetterextremen und Marktschwankungen besonders empfindlich.
Quelle: IDELE (Institut de l’Élevage), in Zusammenarbeit mit Eliance.





